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Betonieren bei Feuchtigkeit und niedrigen Temperaturen im Herbst & Winter

Bei feuchter Witterung im Herbst sowie bei tiefen Temperaturen ist einiges bei Betonierarbeiten zu beachten.

Durch die Witterungsbedingungen im Herbst herrschen an vielen Tagen nicht optimale Verarbeitungsbedingungen aufgrund von sehr hoher Luftfeuchtigkeit durch Nebel oder Regen sowie durch tiefe Temperaturen. Diese Umstände behindern die Aushärtung und verzögern das Trocknen von Betonprodukten im Innen- und Aussenbereich. 

Bei der Verarbeitung ist daher auf einen passenden Witterungsschutz zu achten und es müssen gegebenenfalls längere Trocknungszeiten eingeplant werden. 

Welche Massnahmen können bei der Betonherstellung für kalte Temperaturen getroffen werden?

  • Der Zementgehalt des Betons kann angehoben werden.
  • Es kann ein Zement mit höherer Wärmeentwicklung bei sonst gleichen Ausgangsstoffen eingesetzt werden.
  • Es kann ein Fliessmittel eingestezt werden, um den W/B-Wert herabzusetzen und die Fliessfähigkeit dadurch zu verbessern.
  • Es kann ein chloridfreier Erhärtungsbeschleuniger bzw. ein Frostschutzprodukt (HBE) eingesetzt werden, um die Festigkeitsentwicklung zu beschleunigen.
  • Die Ausschalfristen und die Nachbehandlungsdauer kann verlängert werden.
  • Für die Schalung und für die Nachbehandlung können Materialien mit erhöhten thermischen Isolationseigenschaften eingesetzt werden (zum Beispiel Holz oder Thermomatten).
  • Die gezielte Erwärmung des Zugabewassers und die Erwärmen der Gesteinskörnung. 
  • Die Gefrierbeständigkeit des Betons ist erst erreicht, wenn er eine Druckfestigkeit von 5 N/mm² aufweist.
  • Die Austrocknungsgeschwindigkeit ist abhängig von der Luft- und Betontemperatur, von der relativen Luftfeuchtigkeit und der Windgeschwindigkeit.

Allgemeine Massnahmen bei kalten Temperaturen im Herbst und Winter auf der Baustelle:

  • Beim Einbringen und während der Verarbeitung darf ohne besondere Massnahmen der Frischbeton nicht kälter als + 5° C sein. 
  • Das Bauteil oder das ganze Gebäude vor Wärmeverlust und Luftzug schützen und nach der Einbringung gegebenenfalls mehrere Stunden/Tage thermisch durch Heizen und Einhausen zu wärmen, bis die Gefrierbeständigkeit des Betons erreicht ist.
  • Auf gefrorenem Baugrund oder gefrorenen Bauteilen darf nicht betoniert werden.
  • Die Schalungsflächen und Bewehrungen sind mit Wärmebehandlung (niemals mit Wasser!) frei von Eis und Schnee zu halten.
  • Der vorgewärmte Beton muss zügig in die von Schnee und Eis befreite Schalung eingebaut und sofort verdichtet werden.
  • Nach Möglichkeit keine Förderbänder verwenden.
  • Während der Erhärtungszeit muss der Beton auch vor Feuchtigkeitsverlust geschützt werden, da bei sehr kaltem und trockenem Wetter der Feuchtigkeitsgehalt der Luft gering ist.