Freigelegtes Mauerwerk unter Terrain, auf das der Fixit 526 A Baugrubengunit aufgespritzt wird

Betonieren bei hohen Temperaturen im Sommer | Tipps und Tricks

Sommerliche Temperaturen und Witterungsbedingungen beeinflussen die Betonierarbeiten.

Bei der Ausführung dieser Tätigkeiten gerade im Sommer bei heissen Temperaturen ist eine besondere Achtsamkeit und Vorsicht geboten, um Schäden und Problemen vorzubeugen beziehungsweise diese möglichst ganz zu vermeiden. 

Wird im Innen- oder Aussenbereich betoniert, dann müssen die Temperaturen zwischen 5 °C und 30 °C betragen und es sind entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Welche Massnahmen können bei der Betonherstellung für heisse Temperaturen getroffen werden?

  • Es sollten die kühleren Tageszeiten am Morgen oder am Abend zum Betonieren genutzt werden
  • Die Frischbetonmenge muss auf das Lieferintervall und die Einbauleistung abgestimmt werden, denn es dürfen keine zeitlichen Verzögerungen entstehen und lange Transport- bzw. Liegezeiten des Betons sind zu vermeiden.
  • Die Geräte für den Einbau sowie das Material für die Nachbehandlung müssen bereits überprüft sein und vor der Lieferung bereit stehen.
  • Vor Einbaubeginn sollte die Bewehrung, Schalung oder der Untergrund vorgenässt werden. Entstehende Wasserpfützen sind zu beseitigen.
  • Beim Einbau ist eine sehr zügige Verarbeitung, Verdichtung und Nachbehandlung mit einem flüssigen Nachbehandlungsmittel erforderlich. 
  • Der Beton sollte ständig mit Wasser besprüht und nicht zu früh ausgeschalt werden.
  • Angesteifter Beton darf nicht mehr eingebracht werden. 

Allgemeine Massnahmen bei heissen Temperaturen auf der Baustelle:

  • Beim Einbringen und während der Verarbeitung darf der Frischbeton nicht wärmer als +30 °C sein. 
  • Das Bauteil oder das ganze Gebäude sollte beschattet und vor Zugluft geschützt werden.
  • Auf extrem aufgeheizten Baugrund oder heissen Bauteilen darf nicht betoniert werden.
  • Der Frischbeton muss unbedingt feucht gehalten werden.
  • Während der Erhärtungszeit muss der Beton auch vor Feuchtigkeitsverlust geschützt werden, da bei sehr heissem und trockenem Wetter der Feuchtigkeitsgehalt der Luft gering ist.
  • Die Austrocknungsgeschwindigkeit ist abhängig von der Luft- und Betontemperatur, von der relativen Luftfeuchtigkeit und der Windgeschwindigkeit.

Frühschwinden als Folge mangel­hafter Nachbehandlung bei heissen Temperaturen

Das Frühschwinden entwickelt sich hauptsächlich während der ersten Stunden und hängt von den vorhandenen Umweltbedingungen ab. Die aufgrund der hohen Aussentemperaturen ebenfalls erhöhte Betontemperatur führt zu einer schnelleren Zementhydratation mit höherer Frühfestigkeit. Die Zementhydratkristalle bilden sich zwar schneller bei heissen Temperaturen, allerdings sind die Kristalle deutlich kleiner und können sich dadurch weniger intensiv verfilzen. Dies beeinflusst die Endfestigkeit des Betons, da der Beton insgesamt poröser und weniger fest aushärtet. Daher sind die Nachbehandlungsmassnahmen notwendig und zügig auszuführen.