Energetisch und ästhetisch aufgewertet

Der Heizwärmebedarf eines Zweifamilienhauses aus den Vierzigerjahren hat sich mit neuen Fenstern und einer Aerogel-Hochleistungswärmedämmung fast halbiert. Die nun mögliche Umstellung auf eine Wärmepumpe wird den Energiebedarf sogar noch einmal um weitere drei Viertel reduzieren.


Dass sich auch ältere und schlecht gedämmte Bauten mit Erfolg und ästhetischem Gewinn wieder fit für die Zukunft machen lassen, zeigt die eben abgeschlossene energetische Sanierung eines Zweifamilienhauses in St. Gallen. Das Gebäude mit Baujahr 1946 hatte die für sein Alter typische Schwäche aufgewiesen: eine ungenügende Wärmedämmung und einen damit einhergehenden, hohen Heizenergieverbrauch. Dies missfiel dem Bauherrn in besonderem Masse, ist der Energieingenieur Jörg Drechsler doch Fachmann für Energieoptimierung und nachhaltiges Bauen. In einem ersten Schritt isolierte er die Kellerböden und liess danach das Dach komplett neu aufbauen und vollumfänglich dämmen. Übrig blieben damit noch die Wände und die Fenster als die energetisch schwächsten Elemente, bei deren Sanierung zudem immer auch optische Kriterien zu berücksichtigen sind.


Ganzheitliche Sanierung

Dies zeigte sich in aller Deutlichkeit, als es an die Planung ging. Jörg Drechsler hatte zuerst eine konventionelle Aussenwärmedämmung mit mineralischer Steinwolle ins Auge gefasst, sah dann aus ästhetischen Gründen aber rasch von ihr ab. Denn die Fensterleibungen wären mit dem gesamten, notwendigen Aufbau zu bis gut 40 Zentimeter tiefen, dunklen Nischen geworden, die sich auch für Klappläden schlecht eignen. Dieses Problem stellt sich bei energetischen Sanierungen leider immer wieder, und die erforderliche Dämmstärke verfremdet überdies auch die Proportionen der Gebäude stark. Bei Bauten, die unter Denkmalschutz stehen, kommen solche Sanierungen deshalb nicht infrage. Doch auch bei sehr vielen weiteren Gebäuden, die das Quartier oder den Strassenzug prägen, wirkt eine zu dicke Gebäudehülle äusserst störend. Seit vielen Jahren wird daher die Strategie einer ganzheitlichen Sanierung verfolgt, bei der neben den energetischen auch ästhetische und weitere Aspekte berücksichtigt werden. Eine weitere, seit mehreren Jahren erfolgreich erprobte Möglichkeit besteht zudem darin, einen besseren Dämmstoff zu verwenden, der mit geringeren Materialstärken auskommt.


Hochleistungsdämmputz für die Fassaden

Der Aerogel-Hochleistungsdämmputz wurde vorab für die Bedürfnisse des Denkmalschutzes sowie für weitere optisch empfindliche Objekte entwickelt. Mit ihm lassen sich auch ästhetisch hoch sensible Fassaden energetisch stark verbessern, ohne dass die Massnahme augenfällig wird. Jörg Drechsler empfiehlt daher schon seit vielen Jahren die Anwendung dieses Hochleistungsdämmputzes, wenn optische Gründe gegen den Einsatz einer konventionellen Lösung sprechen. Das Produkt war ihm deshalb bestens bekannt. So entschloss er sich, auch bei seinem eigenen Haus auf die Lösung mit dem hochwirksamen Dämmputz zu setzen, liess sich damit die Tiefe der Fensterleibungen doch trotz vollständiger Dämmung auf ein optisch vertretbares Mass beschränken. Er konnte sogar auf das Abschlagen des Grundputzes verzichten, weil er auch die Fensterbänke durch neue Elemente mit einem isolierenden Kern ersetzte. Sind die Fenster dagegen von Gewänden eingefasst, die weiterhin sichtbar bleiben sollen, muss der Grundputzes oft entfernt werden, um einige wenige, aber sehr wichtige Zentimeter an Dämmstärke zu gewinnen.


Gut verarbeitbares Hightech-Material

Für die Arbeiten beauftragte der Energiefachmann ein ihm seit längerem bekanntes Gipserunternehmen, das über grosse Erfahrung bei der Sanierung von Bestandesbauten verfügt. Mit dem Hochleistungsdämmputz hatte die Firma jedoch noch nie gearbeitet und war entsprechend etwas skeptisch bezüglich dessen Verarbeitbarkeit. Sie nahm daher gerne den technischen Support der Fixit AG in Anspruch, dessen Vertreter zu Beginn der Arbeiten die einzelnen Schritte und den optimalen Umgang mit dem Material erläuterte. Bei der Ausführung zeigte sich dann rasch, dass die Skepsis glücklicherweise unbegründet gewesen war und sich der Aerogel-Hochleistungsdämmputz vielmehr sehr leicht verarbeiten liess. So konnte er nass in nass in zwei je etwa drei Zentimeter starken Schichten maschinell aufgetragen werden. Auch bei den weiteren Bearbeitungsschritten verhielt er sich wie ein konventioneller Putz. Das Gipserunternehmen hat aufgrund dieser positiven Erfahrung bereits weitere Objekte ins Auge gefasst, bei denen es den innovativen Baustoff abermals anwenden will.


Beeindruckende Energieeinsparung

Mit den ersten beiden Dämmmassnahmen im Dach- und Kellerbereich hatte sich der Heizwärmebedarf auf rund 100 kWh pro beheizten Quadratmeter und Jahr senken lassen. Das Dämmen der Aussenwände und der Ersatz der Fenster brachte dann die wirklich grosse Einsparung. Ein nach Heizgradtagen bereinigter Vergleich des Verbrauchs der Jahre 2014 bis 2020 mit dem auf ein Jahr hochgerechneten Verbrauch der Periode 2020/21 zeigt eine Reduktion um 45 Prozent! Interessant ist vor allem aber auch, dass die Sanierungsmassnahme es erlaubt, die Vorlauftemperatur der Heizung von 55 auf 40 °C zu senken, denn diese Temperatur kann eine Wärmepumpe problemlos in einem Durchgang erzeugen. Damit wird in einem weiteren Schritt der Energiebezug noch einmal massiv reduziert: Nach dem geplanten Abteufen einer Erdwärmesonde und dem Ersatz der Gasheizung durch eine Wärmepumpe rechnet Jörg Drechsler gerade noch mit rund 15 kWh pro beheiztem Quadratmeter und Jahr.



Aerogel-Hochleistungsdämmputz: Fixit 222

Aerogel wird aus amorphem Siliziumdioxid hergestellt. Dieser rein mineralische Rohstoff bildet die Grundlage für den leistungsfähigsten Dämmstoff überhaupt. Aerogele sind der leichteste Feststoff, denn sie bestehen zu 90 bis 98 Prozent aus Luft. Ihre extrem poröse Gefügestruktur bewirkt, dass die Wärmeübertragung massiv eingeschränkt wird. Der Dämmputz mit Aerogel ist daher mit einem geprüften Lambdawert von nur 0,028 W/mK hoch isolierend.

Weitere Informationen unter www.fixit.ch/aerogel

 


Am Bau Beteiligte

Bauherrschaft: Ursula und Jörg Drechsler, St. Gallen

Planung: Drechsler Energie-Optimierung, St. Gallen

Unternehmer: Kessler Gips AG, Herisau

Putze: Fixit AG, Holderbank

 

HIER GEHT ES ZUM REFERENZOBJEKT "EFH Sanierung, St. Gallen" 

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