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MCS Wohnhaus Wohnhaus in Leimbach

"Gesund" bauen mit Fixit 610 und Fixit 463

 

Fixit 610 und Fixit 463 überzeugen bei einem Gesundheitsprojekt

Können Sie sich vorstellen, jede Nacht in Ihrem Auto oder einem Wohnwagen zu verbringen? Und  das ganz einfach, weil Sie Ihre eigenen Wände nicht mehr "riechen" können?

MCS / Multiple Chemical Sensitivity heisst übersetzt: Vielfache Chemikalienunverträglichkeit. Seit den 1980er Jahren kennt man dieses Krankheitsbild, das am einfachsten als "Störung der Gesundheit durch Umwelteinflüsse" zu bezeichnen ist. Die Ursachen sind genauso vielfältig, wie der Name schon sagt. Desinfektionsmittel, Duftstoffe (Parfüm), Lösungsmittel, Pestizide, Waschmittel, Wohngifte (Formaldehyd, Holzschutzmittel), Feinstaub, Zigarettenrauch, Dieselabgase, sowie Schwermetalle (Amalgam, Blei) lösen Symptome aus wie Übelkeit/Brechreiz, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Augenbrennen, Schwindel, Atemnot, Magen-Darm-Beschwerden, Haut- und Schleimhautprobleme, Schmerzen im Bewegungsapparat und so weiter. Seit den 1990er Jahren kämpfen Betroffene dafür, dass MCS in der Schulmedizin als Krankheit anerkannt wird. In der Schweiz sind schätzungsweise 5000 Personen betroffen, Tendenz steigend.

Nun wurde in Leimbach, Zürich ein Mehrfamilienhaus für Menschen gebaut, welche an MCS leiden. Während beinahe 4 Jahren haben Betroffene, Umwelttechniker, Architekten und Mediziner geplant und getestet. Seit Dezember 2013 sind nun bereits 10 der 15 "gesunden" Wohnungen vermietet. Alle Baumaterialien wurden, zum Teil mehrmals, von den Betroffenen getestet. Wie sie diese Materialien testeten, war ganz ihnen überlassen. Einige rochen aktiv daran, einige legten die Muster sogar ins Schlafzimmer oder betasteten sie. Diejenigen Materialien, welche als unproblematisch bewertet wurden, durften dann auch für den Bau verwendet werden. Fixit 610 und Fixit 463 sowie auf Betonwänden als Haftbrücke Fixit 343 erzielten je die Note 5.7 (bei einer Notengebung von 0-1.2 sehr problematisch bis 4.8-6 unproblematisch). Generell zeigte sich, dass MCS-Betroffene auf organische Materialien empfindlich reagierten. Überaschenderweise schnitt Lehmputz - eigentlich ein sehr ökologisches Material - wegen seines starken Eigengeruchs schlecht ab. Dagegen kamen aber Kunststoff-Metall-Fenster erstaunlich gut an.

Für den Boden wählten die Architekten schliesslich grossformatige Platten aus extrudiertem Steinzeug, die im Dickbettverfahren direkt in den nassen Untergrund verlegt wurden, damit kein Kleber verwendet werden musste. Die Wände wurden mit Kalkzementputz versehen, die Decken in Beton belassen. Auf Farbanstiche, Versiegelungen und Lacke verzichtete die Genossenschaft. Damit die Wohnungen trotzdem wohnlich wirken, setzten die Architekten auf weiche, erdige Farbtöne für die Putze und Steinplatten.

Mit einer Studie, an der alle Bewohner dieses Hauses teilnehmen müssen, will die Genossenschaft in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern nun herausfinden, ob es den Betroffenen im MCS-Haus gesundheitlich tatsächlich besser geht.